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Liebe Schützenfreundinnen und Schützenfreunde,

laut den aktuellen behördlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus darf die Schützengilde Cottbus 1471 e.V. den Schießbetrieb sowie das Vereinsleben unter Beachtung der geläufigen Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Coronavirus im Alltag und im Miteinander unter Auflagen wieder aufnehmen. Dazu gehören eine Anmeldepflicht im Verein, die Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 m zu anderen Personen und das Befolgen der gängigen Hygieneregeln.

Die Schützengilde Cottbus 1471 e.V. ist somit ab Dienstag, den 19. Mai wieder beschränkt geöffnet (Stand: 18.05.2020).

Weiterhin gesperrt bleiben der Klubraum sowie die Mehrzweckhalle. Achten Sie zudem auf Hinweistafeln im Verein!

Über weitere Entwicklungen werden Sie rechtzeitig auf der Webseite informiert.

Wir, der Vorstand, appellieren eindringlich an die Einhaltung und Umsetzung der getroffenen Maßnahmen, sodass eine sichere Durchführung des Sportes möglich ist. Handeln Sie bewusst und bedenken Sie Ihre Gesundheit, sowie die Ihrer Schützenfreundinnen und Schützenfreunde und die der Mitglieder des Vereins.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand

Vereins - Chronik

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Cottbuser Schützengilde im Jahre 1471. Laut dieser Urkunde erschienen am Tage Urbani, dem 25. Mai 1471 "der König und die Alterleute der Innung der Schützen", um sich, gemäß ihrer alten "Gewohnheiten", ihre Statuten durch ein Privileg vom Rat der Stadt Cottbus auf "ewigen Zeiten" bestätigen zu lassen. In dieser bis heute noch erhaltenen Pergamentschrift wurden die Pflichten und Rechte der Schützenbrüder mit der Unterschrift des amtierenden Bürgermeisters, Gebhardt Nickel, festgelegt.

Veranstaltungen der Gilde fanden am 20. Januar, dem Tag zu Fabian und Sebastian, dem Schutzheiligen des Schützenwesens und am dritten Pfingstfeiertag zur Fronleichnamsverehrung statt. Am Tage nach dem traditionellen Pfingstbegängnis wohnten die Schützen der Hochmesse bei und jeder von Ihnen opferte zwei Requiem. Im Anschluss daran fand das Vogelschießen statt. Geschossen wurde im Wallgraben in der Nähe des Klostertores. Hier wurde auch jährlich der Schützenkönig ermittelt. Dem Schützenkönig standen besondere Vergünstigungen zu. Er war von allen Zeichen befreit und bekam vom Rat der Stadt eine Elle "lündisch Tuch". Dieses bunte Hosentuch kann wohl auch als Vorläufer der späteren Fahne, die im Rathaus aufbewahrt wird, angesehen werden, da es an einer Stange befestigt wurde und sein Träger damit den Schützenzug anführte.

Das Privileg von 1471 sollte nach dem Willen der Gilde für alle Zeiten seine Gültigkeit haben. Aber auch in Cottbus zogen die Ideen der Reformation ein und so wurde 1537 eine Erneuerung vollzogen. Die aus der katholischen Zeit stammenden kirchlichen Bräuche wurden weggelassen und es gab Neuerungen z.B. in Bezug auf die Eintrittsbedingungen. Jetzt konnte nur noch der Mitglied werden, der bei Eintritt Folgendes vorweisen konnte: Eigentum an einem Handrohr, einer Armbrust, an Pulver und Blei und ein eigenes Haus. An diese neuen Aufnahmebedingungen waren der Adel, Beamte und Ratsmitglieder nicht gebunden. Damit wurde die Gilde zu einem Treffpunkt der besser gestellten Kreise.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde durch die Einführung des stehenden Heeres der Zweck der Schützengilde, die Verteidigung der Stadt, in die Hände des Heeres gelegt. Die Zeit der Bürgerwachen an den Stadtmauern gehörte der Vergangenheit an.

Viele weitere Veränderungen vollzogen sich in den kommenden Jahrzehnten. Das Amt des Gildemeisters wurde eingeführt und ein neues Statut beschlossen.

In der DDR wurde dem Schießsport nur Interesse im Sinne leistungssportlicher Aktivitäten entgegengebracht. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war auch in Cottbus präsent. Hier entwickelte sich ein sehr starkes und an jugendlichem Potential reichliches Bezirkstrainingszentrum. Die Schießdisziplinen Pistole, Gewehr und Wurftaube gehörten ebenso zum Standardprogramm des Bezirkstrainingszentrums wie das Athletiktraining. Fast 130 Aktive trainierten hier regelmäßig. Cottbuser Sportschützen errangen über 100 Medaillen und bei den Kinder- und Jugendspartakiaden standen sie mit auf den Siegertreppchen. Internationale Erfolge in Ungarn, Polen, Bulgarien, der damaligen Sowjetunion und in der Mongolei zählten ebenfalls zu den besonderen Höhepunkten.

An die Kinder- und Jugendsportschulen ergingen von der Gilde 41 Delegierungen. Für die aktive und erfolgreiche Arbeit erhielt das damalige Bezirkstrainingszentrum seit 1981 jedes Jahr die Auszeichnung "Bestes Trainingszentrum". Auf diesen guten Erfahrungen aufbauend und die vorhandenen Kapazitäten nutzend, gingen Trainer wie Harry Vogel, der noch heute aktiv als Jugendtrainer tätig ist und Andreas Mahnhardt an die Arbeit, um dem guten Ruf gerecht zu werden.

Nach 1990 blieben die Erfolge nicht aus. Besonders im Jugendbereich ist es Olaf Haspel als Trainer im Landeszentrum Pistole zu verdanken, dass die Kinder- und Jugendarbeit einen festen und wesentlichen Platz in der Arbeit der Gilde einnahm.

Solche Schützinnen und Schützen wie Andreas Lattke, Simone Härtig, René Böstro, Jessica Hempel, Anja Grunow, Stephan Klekar und André Wille vertraten die Gilde würdig und mit Erfolg bei Juniorenwettkämpfen, Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften. Sie wurden alle als Nationalkader in den Disziplinen Wurfscheibe und Pistole berufen. Insgesamt kamen 148 Sportler der Gilde in den Landesleistungskader Brandenburgs. Entsprechend der Aufgabe unseres Landesstützpunktes delegierten wir viele Sportler an die Sportschule nach Frankfurt/Oder. Gegenwärtig sind 62 Kinder und Jugendliche Mitglieder der Gilde. Dieses jugendliche Potential zu nutzen, im Interesse des sportlich fairen Wettkampfes, das ist die vordringlichste Aufgabe des Sportwarts der Gilde, Torsten Kaps, der gleichzeitig als Trainer tätig ist.

Sportliche Erfolge sind in der Gilde aber nicht nur den Kindern und Jugendlichen vorbehalten.

Seit 1990 errangen die Mitglieder der Gilde 583 Medaillen bei Landesmeisterschaften (235 mal Gold, 182 mal Silber, 166 mal Bronze) und qualifizierten sich über 150 mal zu den Deutschen Meisterschaften (1 mal Gold, 4 mal Silber, 7 mal Bronze, 5 mal 4. Platz, 3 mal 5. Platz, 4 mal 6. Platz). Aktuell werden gegenwärtig 12 Landesrekorde durch Sportler der Gilde gehalten.

Als im Mai 1996 die Gilde ihr 525-jähriges Bestehen beging, lagen bereits sechs Jahre intensiver angestrengter Arbeit im neuen Verein hinter den Mitgliedern. Am 02. März 1990 fanden sich 59 Mitglieder zur Gründung des Lausitzer Schützenvereins Sielow/ Cottbus e.V. zusammen. Wohl jeder dachte daran, dass es schön sei, endlich wieder eine Schützenheimat gefunden zu haben. Die Nutzung der Anlagen der GST und der Kauf der Waffen und Munition von der Treuhand sowie der Ausbau der vorhandenen Gebäude verlangten von den Mitgliedern in den Jahren Einiges ab.

Für viele Mitglieder war es eine große Freude und auch Bedürfnis, dass dem Brauchtum und der Traditionspflege wieder ein wesentlicher Teil im Vereinsleben eingeräumt werden sollte. Am 10. Oktober 1992 wurde auf der Vollversammlung des Lausitzer Schützenvereins eine neue Satzung angenommen. Im §1 wurde festgelegt, dass sich der Lausitzer Schützenverein als Nachfolger der Cottbuser Schützengilde von 1471 ansieht und diese Traditionen fortsetzen wird. Weitere Paragraphenänderungen betrafen die Führung und die Arbeit mit der Jugend, den Austritt und den Ausschluss aus der Gilde, die Vertretungsberechtigung der Gilde und die Festlegungen zur Einberufung der Hauptversammlung. Das Amt des Gildemeisters übernahm im gleichen Jahr Kurt Kaps, der es bis zum heutigen Tag inne hat. Anlehnend an alte Gildetraditionen wurde neben dem nationalen und internationalen Wettkampfschießen das traditionelle Schützenfest als Höhepunkt des Schießsportjahres wieder neu belebt.

Als 1994 die neue Vereinsfahne ihre Weihe erhielt, galt das als ein Höhepunkt in der bisherigen Gildearbeit. Im gleichen Jahr wurden den Traditionen folgend Kompanien gebildet, da die Mitgliederzahl immer mehr zunahm. Heute sind in der Gilde über 270 Schützinnen und Schützen vereint, die an einem Standort schießen können, der für 25 Jahre auf unentgeltliche Pacht mit der Stadt Cottbus im Jahre 1997 vertraglich abgesichert wurde. Ein großes Dankeschön geht in diesem Zusammenhang an Günter Jentsch und Herrn Peter vom Stadtsportamt, die uns viel Unterstützung gaben.

Noch im selben Jahr wurde durch die Gildemitglieder mit baulichen Veränderungen begonnen, denn die schießsportlichen, die sanitären Anlagen und die Aufenthaltsräume für die Mitglieder befanden sich in einem katastrophalen Zustand. In den kommenden Jahren erfolgte die Grunderneuerung sämtlicher KK- Schießanlagen (baulicher Teil ca. 350 TDM), die Grunderneuerung der Großkaliber Schießanlage (Kosten gesamt ca. 450 TDM - wurde von der Oberfinanzdirektion übernommen), der Um- und Ausbau der Sozial- und Gilderäume (Kosten ca. 15 TDM) und die komplette Sanierung des Daches des Vereinshauses und der Schießanlage KK-Gewehr und Pistole (Kosten ca. 95 TDM). Materielle und ideelle Helfer, wie der Stadtsportbund, der Landessportbund und der Landes-verband des BSB unterstützen diese Vorhaben. Ein großer Anteil der finanziellen Absicherung gelang mit Hilfe des Förderprogrammes "Goldener Plan Ost".

Seit 1990 ist die Gilde Mitglied im Brandenburger Schützenbund und im Jahre 2001 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Schützenkreises Spree-Neiße-Cottbus e.V..

Das Jahr 2001 brachte für die Gilde noch einen weiteren Höhepunkt. Die neue Schieß- und Mehrzweckhalle wurde eingeweiht. Zum Entstehen haben viele Mitglieder der Gilde ihren ganz persönlichen Anteil geleistet.

Auf der Jahreshauptversammlung 2003 beschlossen die Mitglieder einstimmig eine neue Satzung, die den Anforderungen einer modernen Zeit entspricht. Die Mitglieder des heutigen Vorstandes stehen mit ihren Namen für die Einhaltung und Umsetzung der Satzung.

Die Schützengilde Cottbus 1471 e.V. ist ein wesentlicher Bestandteil im Brandenburgischen Schieß- und Wettkampfsport. Vereins-, Kreis- und Landesmeisterschaften werden hier ausgeschossen, der Damenpokalwettkampf fand vor Ort im Jahre 2002 statt und für den BSB stehen immer die Türen offen.

Gildefahne (Vorderseite)

Gildefahne (Rückseite)